23. Dezember 2011

Mettenschicht

Für mich und für viele Bewohner des Erzgebirges ist Weichnachten noch immer "de schennste Zeit im Gahr". Eine alte bergmännische Tradition im Erzgebirge ist die Mettenschicht. Es war die letzte Schicht vor Heiligabend, in welcher sich die Bergleute mit ihren Steigern zusammengesetzt haben. Sie begann mit dem Berggottesdienst und dem Gedenken an die toten Bergleute. Außerdem erfolgte die Jahresabrechnung durch den Bergobersten. Danach saßen die Bergleute gemütlich zusammen, erzählten sich kleine Geschichten und sangen Bergmannslieder. Ein einfaches typisches Essen beendete die Schicht. Das Essen bestand meist aus Bratwurst mit Kartoffelbrei und Sauerkraut sowie einem Kräuterschnaps. Heute ist es in abgewandelter Form das typische Heilabendessen im Erzgebirge. Bei mir gibt es Bratwurst mit selbstgemachten Kartoffelsalat, gekochte Kartoffeln, Sauerkraut und als Nachtisch Obstsalat.
Auch heute noch wird in vielen erzgebirgischen Städten und Dörfern die öffentliche Mettenschicht in Besucherbergwerken mit Gästen feierlich begangen. Früher schmückten die Bergleute zur Mettenschicht die bogenförmigen Stolleneingänge (auch Mundlöcher genannt) mit ihren Grubenlampen. Dieser Brauch wurde zum Vorbild für die bekannten Schwibbögen aus dem Erzgebirge.

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest!




1 Kommentare:

  1. Hallo Heike,
    Ich habe gesehen, dass du mich in deiner Blogliste hast.
    Ich fühle mich geehrt ☺
    Ich wünsche dir noch ein schönes restliches Fest und hoffe du hast dich schön beschenken lassen.
    Liebe Grüße
    Shija

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